Chinesische Kosmologie und der Kaiser als BauherrReise Nr. 3963 Wie lebt es sich in den dynamischen chinesischen Großstädten, die beinahe täglich ihr Gesicht verändern? Wer plant den Wandel? Wie lassen sich Tradition und Postmoderne vereinen? Diesen und anderen spannenden Fragen werden wir bei unserer besonderen Themenreise gemeinsam auf den Grund gehen. Als Sinologe, der in den vergangenen zwanzig Jahren mit großem Interesse verfolgt hat, wie sich China ständig neu erfindet, freue ich mich ganz besonders darauf! Ihr Wilfried König Reiseverlauf:1. Tag: Anreise nach BeijingDie Koffer gepackt? Nichts vergessen? Prima, dann kann sie ja losgehen, Ihre Chinareise der besonderen Art. Von Frankfurt fliegen Sie direkt nach Beijing. 2. Tag: Glanz der Ming Dynastie und AlltagslebenBeijing - Hauptstadt des chinesischen Riesenreiches, Kaiserstadt, Olympiastadt und Heimat für rund 17 Millionen Menschen. Keine Stadt Chinas verbindet so eindrucksvoll kaiserlich feudale Vergangenheit, kommunistische Traditionen und einen städtebaulichen Ausblick in die Zukunft wie Beijing. Wir fahren erst einmal hinauf auf den Kohlehügel - direkt gegenüber des Nordausgangs des Kaiserpalastes gelegen und verschaffen uns dort im Wortsinn einen Überblick, der bei gutem Wetter bis zum Sommerpalast und den Westbergen reicht. Wenn wir auf dem Tian An Men Platz stehen, wird uns das Spannungsfeld der historischen Entwicklung schlagartig bewusst: Hier das Mao-Mausoleum, dort das Tor des Himmlischen Friedens und der Kaiserpalast, unser nächstes Ziel. Nicht nur ein Palast erwartet uns, es ist der Mittelpunkt des Universums, wenn man der alten städtebaulichen Konzeption Beijings folgt. wir durchstreifen die riesig große Anlage und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Was für eine Pracht! Später besuchen wir ein weniger repräsentatives Gebäude, ein traditionelles Hofhaus, ein Seheyuan. Eine Familie führt uns durch ihr Haus und wir tauschen uns über das Leben in Beijing aus. Drei Übernachtungen in Beijing. (M) 3. Tag: Freie Räume der Qing DynastieDer neue Sommerpalast ist ein Musterbeispiel Qing-zeitlicher Architektur. Dennoch ist die Anlage nicht übermäßig einheitlich, sondern präsentiert sich als stilpluralistischer Kosmos des chinesischen Kaiserreichs. Dann ein Szenenwechsel: Wir besuchen den Lamatempel, ursprünglich eine Residenz des Prinzen Ying, später zu einen Tempel des tibetischen Buddhismus umgewandelt, auch »Palast des Friedens und der Harmonie« genannt. Der Lamatempel ist wohl das einzige traditionelle Gebäude innerhalb Beijings, das von den Baustilen der Mandschuren, Mongolen und Tibeter geprägt ist. (F, M, A) 4. Tag: Maos HauptstadtHeute wechseln wir den Fokus - weg vom kaiserlichen und hin zum kommunistischen Repräsentationsbedürfnis, das sich in den Gebäuden Beijings spiegelt. Wir starten in Shiguan Jie, dem alten Botschaftsviertel der westlichen Mächte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Unter Mao Zedong wurde Beijing zum Zentrum des modernen China ausgebaut - nach dem Muster sowjetischer Planstädte. Areale für Industrie, Universitäten, Krankenhäuser und ausländische Botschaften wurden ausgewiesen, repräsentative Straßenachsen und Plätze eingezogen und ausgebaut. Im Museum für Stadtplanung können wir all diese Entwicklungen gut nachvollziehen, bevor wir unseren Blick im Nationalmuseum auf das Große und Ganze richten. (F, M) 5. Tag: Die Fliehkräfte des UmbruchsWir springen ins 21. Jahrhundert! Der Olympiapark und das für die Olympischen Spiele renovierte Sanlitun Village stellvertretend für die rasante Entwicklung, die Beijing in den vergangenen Jahrzehnten genommen hat. Stadtquartiere verändern zum Teil in wenigen Wochen ihr Aussehen und ihre Gestalt. Und der Verkehr nimmt ständig zu, so entstehen neue Stadtautobahnen und Hochstraßen, die sich auf bis zu vier Ebenen kreuzen. Eine Herausforderung auch für den öffentlichen Nahverkehr. Wir machen uns ein genaueres Bild und nehmen die U-Bahn, bevor es am Abend mit dem Nachtzug in die erste Hauptstadt Chinas, nach Xian, geht. (F, M) 6. Tag: Xian - Glanz früherer ZeitenHeute schauen wir uns in Xian um und vergleichen. Also rauf auf die Stadtmauer, denn von hier haben wir den besten Überblick. Ein Teil des Konfuziustempels beherbergt heute ein Museum, das alle nur als Stelenwald kennen: wir stehen vor einem wahren Wald von Steintafeln, die uns von Chinas Geschichte, seiner Literatur und Philosophie berichten. Zentraler Versammlungsort und sakrales Zentrum der rund 60.000 Muslime Xians ist die Moschee im muslimischen Viertel der Stadt: 1.200 Jahre ist sie alt und sprengt alle Vorstellungen, die wir von einer Moschee haben. Es ist halt eine chinesische Moschee! Abends diskutieren wir das Erlebte bei einem Bankett - uns werden die besten Maultaschen Chinas serviert! Zwei Übernachtungen in Xian. (F, M, A) 7. Tag: Die Totenstadt der Tang DynastieAuch Tote hatten ihre Städte - zumindest, wenn sie chinesische Kaiser waren. Wir fahren von Xian Richtung Nordwesten und treffen bei Qian auf die Totenstadt von Qian Ling, in der im 7. Jahrhundert der dritte Tang-Kaiser Gaozong begraben wurde - samt Generälen, Ministern; Soldaten und Bediensteten, allesamt aus Ton modelliert. So bekommen wir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns morgen erwartet! Neugierig? (F, M, A) 8. Tag: Shanghai - Chinas ÜbermorgenNatürlich können wir nicht Xian besuchen, ohne uns ausgiebig der Terrakotta-Armee zu widmen! Der erste Kaiser Qin Shihuangdi ließ sich eine gigantische Grabanlage errichten, bewacht von einer Armee aus Tonsoldaten. Das eigentliche Grab bleibt aus konservatorischen Gründen bis heute verschlossen, die Terrakotta-Armee aber wurde ausgegraben und beeindruckt durch ihre schiere Größe. Voll der Eindrücke von der Armee und der individuellen Gestaltung der einzelnen Figuren fliegen wir nach Shanghai. Vier Übernachtungen. (F, M) 9. Tag: Alltagskultur zwischen Tradition und ModerneNirgendwo in China wird schneller gebaut als in Shanghai. Und nirgendwo können wir die Entwicklung einer modernen Stadt zur Postmoderne besser verfolgen. Wir spazieren durch die Altstadt mit dem idyllischen Yu-Garten, erleben auf der Nanjing Road eine der größten Einkaufstraßen der Welt und können auch heute noch am Bund erkennen, wie die Kolonialmächte des 19. Jahrhunderts das Fundament für die moderne Stadt legten. Abends schauen wir uns um Künstlerviertel Tianzifang um. (F, M) 10. Tag: Vom Fischerdorf zur kolonialen MetropoleAuch heute widmen wir uns noch einmal dem kolonialen Shanghai, schnuppern im Peace Hotel das Flair der legendären 1920er Jahre und machen uns mit der U-Bahn auf, das 21. Jahrhundert und die Zukunft zu entdecken. Im Stadtentwicklungsmuseum erklärt man uns, welcher Masterplan hinter den neuesten Projekten steckt, im World Financial Center unterhalten wir uns über die Frage, wie ein gelenkter Kapitalismus eigentlich funktioniert und vor dem Chinesischen Pavillon der Expo 2010 erinnern wir uns daran, dass es in China gerne immer ein wenig größer sein darf! (F, M) 11. Tag: Das Paradies auf ErdenWer will, kann heute Shanghai noch einmal ganz individuell und für sich besuchen, und sich zwischen Altstadt und Bund sein Lieblingsplätzchen suchen. Alternativ bieten wir einen optionalen Ausflug ins Paradies an, genauer gesagt ins Paradies auf Erden, nach Hangzhou. Eine Bootsfahrt auf dem malerischen Westsee ist ein extrem friedlicher und entspannter Weg, sich von einer aufregenden Reise angemessen innerlich zu verabschieden. (F) B: Abschied von ChinaMit dem Transrapid rauschen Sie zum Flughafen und fliegen von dort nach Hause. (F) Ihre Hotels
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