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Witwentröster und lila Pudel
Reise Nr. 3902
Ich möchte Ihnen keinen Universalschlüssel zum Verständnis von China und Asien in die Hand drücken, sondern narrative Deutungsangebote machen, die es individuell zu interpretieren gilt. So habe ich mein Buch geschrieben, genau so möchte ich Sie als Reiseleiter durch China führen. Die Geschichten für mein China-Mosaik habe ich dabei häufig nicht in den vermeidlichen Reise-Höhepunkten gefunden, sondern abseits der pauschaltouristischen Hauptrouten. Ihr Holger Hommel
Reiseverlauf:
1. Tag: Anreise nach Beijing
Sie fliegen mit Emirates über Dubai nach Beijing und lernen dabei die zwei der spektakulärsten Flughäfen der Welt kennen.
2. Tag: langsames Heranstasten
Hoffentlich sind Ihnen die einzigen unangenehmen Sitzplatznachbarn beim Kapitel »Dubai« in Holger Hommels Buch erschienen und nicht leibhaftig neben Ihnen. Nach den Einreiseformalitäten geht es direkt zum Hotel. Herantasten ist angesagt, die Wangfujing und ihre Nebengassen eignen sich dazu bestens. Wir sehen die Verbotene Stadt schon mal von außen, für Verbotenes von innen sind wir viel zu müde. (A)
3. Tag: Verbotenes in Beijing
Wir wandeln gemeinsam in das Verbotene hinein, versuchen uns die Frage zu beantworten, ob es toll war, der allmächtige Herr Kaiser zu sein und wir werden den Verdacht nicht los, dass das Leben am kaiserlichen Hof kein Zuckerschlecken war. Ein guter Grund, den Kohlehügel hoch zu steigen und mal zu sehen, wo man mit dem schönsten Blick auf den eigenen Palast den Abflug in die Ewigkeit machen konnte. Falls er seine irdische Existenz nicht beendete, musste der Kaiser regelmäßig zum Himmelstempel, um mit den Kollegen oben wegen guter Ernten zu sprechen. Wir dagegen gehen nur gucken und Weltmitte suchen. Zum Abschluss des Tages werden wir olympisch. Wenn man in Beijing Vogelnest sagt, weiß man nicht, wo man hingeschickt wird: Sportstadion oder Restaurant. Wir gehen erst mal Olympiastadion gucken, die Suppe mit dem Vogelnest fliegt ja nicht weg. (F, M)
4. Tag: ein gefährlicher Tag
»Sackgassen erhöhen die Ortskenntnis.« Soll Kurt Tucholsky gesagt haben. Suchen wir also die Sackgassen von Beijing und versuchen wir gemeinsam, dieser Metropole ein Gesicht zu geben, aber haben wir auch den Mut, uns ein wenig zu verlieren. Vergessen wir einmal Sehenswürdigkeiten und Besichtigungsprogramme und suchen wir das Leben und die Menschen hier. Ein gefährlicher Tag. Was werden wir zuerst verlieren? Unsere Vorurteile, die Orientierung, die eigene Meinung? Die Fragen über China werden mehr werden. Der Lernprozess wird beginnen. (F, A)
5. Tag: das Große und Ganze
Die Große Mauer von China. Kann man anscheinend vom Weltall aus sehen. Das wäre also eine Möglichkeit. Zum Mond fliegen und von dort Mauer gucken. Ziemlich teuer. Eine preiswertere Alternative sind Bücher, Filme und ähnliches. All diese Perspektiven haben eines gemeinsam: man hat das Große und Ganze nicht. Wer die »Wanlichangcheng«, die zehntausend Li lange Mauer wirklich erfassen will, wer wenigstens im Ansatz verstehen will, der muss zur Mauer. Dass sich in China im Moment neben dem Kitsch auch ehrliche Kunst etabliert, entdecken wir später an diesem Tag im Künstlerviertel »798«. Hohe Preise etablieren sich auch. Bei der Kunst. Nicht bei den Massagen. Die gibt es hier für einen Apfel und ein Ei. (F, M, A)
6. Tag: von Beijing nach Shanghai
Es geht runde 1.200 Kilometer südlich zum großen Konkurrenten in Sachen »Schnellentwicklung zur Weltmetropole« und damit in die Stadt, die nationale Vergleiche schon gar nicht mehr annimmt, sondern für sich selbst einfach nur das bescheidene Ziel ausgegeben hat, irgendwann zwischen 2020 und 2030 die größte und modernste Metropole der Welt zu sein. Man hat das Gefühl, die meinen das ernst. Der normale Schnellzug braucht über zehn Stunden, wir fahren mit dem Superexpress in weniger als fünf. (F, A)
7. Tag: Blick in die Zukunft
Wir wohnen in Shanghai ganz nah zur Altstadt in einem modernen Hotel. Der erste Schritt vor die Tür bringt uns schon mitten ins Leben. Shanghai von seiner spannendsten Seite. Wilde Diskrepanzen. Abendliches Lichtermeer am berühmten Teehaus. Alt und neu im Ringen um Platz und Raum. Das Stadtplanungsmuseum versucht, uns die Zukunft zu zeigen. Dabei dachten wir, wir sind schon mittendrin. Der gewagte Blick in die Zukunft verschlägt uns den Atem. Hat man noch Muße für das ganz Alte? Wenn es so gut und so spektakulär präsentiert wird wie im Shanghai Museum vielleicht schon. Es gibt kein besseres im ganzen Riesenreich. Der Louvre von China. Davor der Volksplatz mit Rathaus und Oper. (F, M)
8. Tag: Fragen über Fragen
Bei der Besichtigung des weltberühmten Yu Gartens stellen wir uns die Frage, wie viel Urlaub die Chinesen im Jahr haben und ob alle, die Urlaub haben, gerade hier sind. Auf der Zickzack-Brücke kann man böse Geister abschütteln, die Menschenmassen sind in den Einkaufsarkaden der renovierten Altstadt eher noch größer geworden. Wir flüchten mit einer der Fähren hinüber ins moderne Pudong und haben für einen spektakulären Aussichtspunkt die Qual der Wahl: der höchste Flaschenöffner der Welt, der kitschigste Fernsehturm des Universums oder doch das fast schon ehrwürdige Grand Hyatt Hotel im Jinmao Tower. (F, A)
9. Tag: Altes und Neues Shanghai
Wo endete der achte Tag? Hoffentlich im Hotelbett. Aber davor? Vielleicht doch bei den berühmten Akrobaten von Shanghai? Oder in den Fressgassen der Altstadt? War es nobler? Ein Abend im Xin Tian Di sollte es schon sein. Etwas touristisch zwar und trotzdem ein Stück altes und neues Shanghai. Egal, wir leben noch und erkunden gemeinsam den Bund und die berühmte Nanjinglu. Am Nachmittag steuern wir Tianzifang an, eines der vielleicht am originellsten wieder aufgemotzten alten Wohnviertel, immer noch so etwas wie ein Geheimtipp. (F, A)
10. Tag: von Shanghai nach Hong Kong
Endlich das Original. Gar nicht so einfach zu finden. Der Transrapid bringt uns zum Flughafen. Mit über 400 Sachen. Kurze Zeit später landen wir in Chek Lap Kok Airport. Um Missverständnisse zu vermeiden: Wir sind schon zwischendurch ins Flugzeug umgestiegen. Wir fahren über gewagte Brückenkonstruktionen hinein nach Hong Kong, wo wir in Kowloon wohnen. Es ist wie immer am Ankunftstag. Wir tappen so rum und lassen uns von unserem Buchfinken erste Orientierung, leise Ahnung und die Grundregeln des öffentlichen Nahverkehrs vermitteln. (F, A)
11. Tag: Hong Kong Island Tour
Einmal mit dem Bus. Wegen des groben Überblicks. Pflichtprogramm, absolutes Muss! Rüber zur Insel, rauf auf den Peak, schnell mal Ohhhh und Ahhh machen, weil der Ausblick einfach bombastisch ist. Oder wir entscheiden uns bei dichtem Nebel für einen zweiten Besuch. Dann fahren wir auf der anderen Seite runter nach Stanley. Dann nach Aberdeen und schauen, was von der schwimmenden Stadt noch da ist, von dort ins Happy Valley und zurück ins eigentliche Hong Kong. Der Buchfink schweigt einmal, der Nachmittag gehört Ihnen. (F, M)
12. Tag: mit Hommel per pedes
Wenn noch nicht auf eigene Faust gemacht, dann wird es jetzt höchste Zeit. Mit der grünweißen Star Ferry auf die andere Seite. Dort entern wir eine Tram und fahren bis zum Endpunkt der Linie. Hong Kong wird mit jedem Meter Richtung North Point chinesischer und der Markt hier am Endpunkt der Straßenbahn ist ein Kaleidoskop der Koch- und Essgewohnheiten in den südlichen Gefilden Chinas. Am Ende des Tages sitzen wir in Lan Kwai Fong und schauen die steilste Partymeile der Welt hinunter. (F, A)
13. Tag: Wanderung durch Hong Kong
Autoren sind genügsame Menschen, aber bei einem Abflug um Mitternacht bestehen sie für sich und die mitreisenden Buchfreunde auf ein Late Check Out bis 18:00 Uhr, um den Tag noch einmal komplett nutzen zu können. Eine Möglichkeit: Man geht ein weiteres Mal auf eine Wanderung durch den abenteuerlichen Alltag Hong Kongs. Mongkok liegt am hinteren Teil der berühmten Nathan Road und ist am Ende unseres gemeinsamen China-Abenteuers noch einmal ein ganz anderes Hongkong. (F, M)
14. Tag: Rückflug
Rückflug mit Emirates nach Deutschland. Das besonders Unangenehme ist, dass man »Witwentröster und lila Pudel - Asiatische Momente« von »wie heißt der Autor noch mal?« schon dreimal gelesen hat. Aber glauben Sie es einfach: Die richtig guten Bücher lernt man auswendig! (F)
Flugplan-, Hotel- und Programmänderungen bleiben ausdrücklich vorbehalten.
(F=Frühstück, M=Mittagessen, A=Abendessen)
Ihre Hotels
| Ort | Nächte/Hotel | Landeskat. |
|---|---|---|
| Beijing | 4 Hilton Beijing Wangfujing | 5 |
| Shanghai | 4 Renaissance Shanghai Yu Garden | 5 |
| Hong Kong | 3,5* Harbour Grand Kowloon | 5 |
| * Tageszimmer am Abreisetag |
Im Reisepreis enthalten
- Flüge mit Emirates in der Economy - Class bis Beijing/ab Hong Kong
- Inklusive Luftverkehrsteuer, Flughafen - und Flugsicherheitsgebühren sowie Ausreisesteuern
- Inlandsflug mit nationaler Airline in der Economy - Class
- Rundreise/Ausflüge in landestypischen Reisebussen
- Bahn - und Bootsfahrten laut Programm
- 11 Hotelübernachtungen (Bad oder Dusche/WC)
- 12x Frühstück, 5x Mittagessen, 8x Abendessen
Wunschleistungen
- Visum für dt. Staatsbürger: ab
49,- €
- Mindestteilnehmerzahl: 10
Reisetermine
- 05.04. - 18.04.2012
- 03.10. - 16.10.2012
- verfügbar
- ausgebucht
Abflughäfen
- Düsseldorf
- Frankfurt
- Hamburg
- München
Einreisebestimmungen
- China: Visum erforderlich. Notwendig ist dazu der mindestens noch 6 Monate gültige Reisepass.
Reiseveranstalter
Gebeco GmbH & Co KG
Kiel, Deutschland
AGB













